Stärkung der Kaumuskulatur – Wichtig nach Kieferbruch

Wird der Kiefer infolge Unfall oder Verletzung für längere Zeit fixiert, erschlafft die Kaumuskulatur. Deshalb ist es besonders wichtig, den Kiefer langsam auf Belastung vorzubereiten.

Kauen und Beißen sind instinktive Handlungen, mit denen wir unsere täglichen Mahlzeiten zu uns nehmen bzw. im Mund zerkleinern. Dafür ist nicht nur ein intaktes Gebiss von Vorteil, sondern auch eine kräftige Kiefermuskulatur. Wie wichtig die Kraft der Kiefermuskeln für die Nahrungsaufnahme ist wird oft erst bewusst, wenn sich eine Muskelschwäche, zum Beispiel nach einem Kieferbruch, eingestellt hat. Bei Verletzungen des Kiefers, insbesondere bei einem Kieferbruch, muss der Kiefer für mehrere Wochen fest geschlossen bleiben. Der Kieferchirurg fixiert den Kiefer, und es ist nur noch eine minimale Öffnung des Mundes möglich. Meist muss auf flüssige Nahrung umgestellt werden. Die Kiefermuskulatur beginnt bei Nichtbeanspruchung relativ schnell zu verkümmern.

Wird oft vergessen – Stärkung der Muskulatur


Nach wochenlanger Fixierung des verletzten Kiefers sowie flüssiger Ernährung wird sich jeder Betroffene darauf freuen, endlich wieder normal essen zu können. Die geheilten Kieferknochen sind wieder stark; im Idealfall steht der Kiefer wieder in der gewohnten Stellung. Doch oft wird nicht daran gedacht, dass es sich bei den erschlafften Kiefermuskeln ähnlich wie bei einem Beinbruch verhält. Die Muskulatur muss vorsichtig wieder an Belastung gewöhnt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, die Kieferknochen mit einigen Übungen auf kräftiges Kauen und Beißen vorzubereiten. Zudem können Verspannungen der Kiefermuskulatur auftreten, die ebenfalls mit gezielten Übungen gelindert werden können. Spezielle manuelle Therapie, am besten mit Anleitungen für zu Hause, hilft die Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Eventuelles Knirschen oder „Knacken“ ist dabei meist unbedenklich.

Erschlaffte Kiefermuskeln – was kann man tun?


Wie alle Muskeln und Gelenke wollen auch die Kiefergelenke bewegt werden. Weites Öffnen und wieder Schließen des Mundes, mehrmals im Wechsel, sorgt für Beweglichkeit. Darüber hinaus ist es ratsam, den Unterkiefer einige Male abwechselnd nach links und nach rechts zu schieben sowie nach vorn zu strecken. Je nach Befindlichkeit des Betroffenen sollte mit den Übungen langsam begonnen werden. Einzelne Sequenzen, mehrmals am Tag, und nur soweit, wie die Bewegungen schmerzfrei bleiben, sind zu empfehlen. Gegen die Verspannungen des Kiefermuskels helfen leichte Massagen, die sich über die Wangenknochen, die Kiefergelenke sowei den Unterkiefer entlang erstrecken können. Versuchen Sie, mit den Fingern bei geöffnetem Mund den großen Muskel, der in Höhe der Backenzähne verläuft, von innen und außen zu fassen und ihn sanft auszustreichen. Sofern jedoch Beschwerden auftreten, sollte Rücksprache mit dem Kieferchirurgen bzw. Physiotherapeuten gehalten werden.

Foto: lion6255, pixabay

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