Diagnose Burnout: Welche Therapieansätze gibt es?

Diagnose Burnout - Welche Therapieansätze gibt es

Für die Betroffenen stellt das Burnout-Syndrom eine hohe Belastung dar. In dem Teufelskreis, welcher aus Selbstvorwürfen und Überforderung besteht, sehen sie keinen Ausweg. Mit der Zeit sinkt bei den Patienten das Selbstwertgefühl. Diese fühlen sich dann machtlos. Das Ausbrechen aus diesem Kreislauf und den Erschöpfungszustand als Warnsignal anzuerkennen, ist wichtig in der Heilung dieser Krankheit. Oft dauert es lang, bis die Betroffenen begreifen, dass deren Symptome Teil von einer psychischen Krankheit sind. Wenn das einmal bewältigt ist, kann ein Patient zahlreiche Hilfsangebote beanspruchen, wie etwa durch Selbsthilfegruppen, Heilpraxis oder Psychotherapie.

Psychotherapie

In vielen Fällen ergibt eine Psychotherapie Sinn. Diese hilft, die Auslöser der Krankheit zu erkennen sowie die Zusammenhänge zwischen der psychischen Gesundheit und der Lebensführung zu verstehen. Zudem erfährt der Patient, welchen Einfluss Stress im Job und andere schwierige äußere Umstände auf das eigene Befinden haben. Er lernt, dass er die Krankheitssymptome als derartige begreift. Dabei ist die Dauer der Heilung individuell verschieden. Prinzipiell sind einige Therapieprogramme mit unterschiedlichen Therapiemaßnahmen möglich, welche abhängig vom Stadium der Krankheit sowie den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen infrage kommen. Selbst bei der Intensität der Behandlung gibt es Unterschiede. Ob eine reguläre ambulante Therapie beansprucht, eine Tagesklinik aufgesucht wird oder ein stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik erfolgt, kann letztlich der Patient selbst entscheiden.

Ambulante Psychotherapie

Zu den kassenzugelassenen Therapieschulen Deutschlands zählen die Psychoanalyse, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sowie die Verhaltenstherapie. Diese werden von psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten angewendet.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie setzt unmittelbar am Verhalten des Patienten an. Zusammen mit den Betroffenen werden dessen Verhaltensmuster innerhalb seiner Lebenslage exakt analysiert. Mit psychotherapeutischer Hilfe werden Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Dabei ist das Ziel, dass der Betroffene lernt, die unterschiedenen Lebensbereiche akzeptabel aufzuteilen, in seinem Alltag mehr Freizeit zu integrieren, mit Freunden, mit Familie und vor allem mit sich selbst mehr Zeit zu verbringen sowie Verhaltensänderungen vorzunehmen. Selbst das Besprechen und Anwenden konkreter Maßnahmen zur Stressbewältigung erfolgt hier. Während der Behandlung übt der Betroffene die neuen Verhaltensweisen ein, wie etwa Verantwortung abgeben und Zeit für sich selbst nehmen, damit er diese in seinen Alltag integrieren kann. Wenn es zu Misserfolgen kommt, was anfangs normal ist, analysiert man diese erneut genau und sucht nach Lösungen.

Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Therapie

Hier schaut man mehr auf die tiefer liegenden Ursachen für das Verhalten des Betroffenen. Was passierte in der Kindheit, dass der Patient heutzutage meint, lediglich perfekte Arbeit ist gut genug? Welche der innerseelischen Konflikte finden ihn ihm statt? Während der Behandlung kann er das erkennen und damit ein gesünderes Verhältnis zu dem Leistungsdruck sowie schließlich ebenso zu seiner Arbeitssituation entwickeln. So hat er die Möglichkeit zu lernen, dass er sein Selbstwertgefühl keineswegs mehr von seiner Leistung im Beruf abhängig machen braucht. Die tiefenpsychologische Therapie dagegen verweilt keineswegs so lang in der Kindheit des Betroffenen. Diese blickt auch stark in die Gegenwart. Zudem arbeitet sie direktiver. Das bedeutet, dass sie ebenso manches Mal konkrete Ratschläge gibt.

Psychosomatische Klinik

Bei einem Zwiegespräch mit dem Arzt oder Psychotherapeuten ist es dem Patienten möglich, auch einen Klinikaufenthalt zu erwägen. Eine stationäre Behandlung hat den Vorteil, dass sich der Betroffene für eine bestimmte Zeit voll auf sich fokussieren kann, und sich nicht um seinen Haushalt und seine Arbeit kümmern muss. So hat er eine hervorragende Möglichkeit, sich von seinem Alltag eine Ruhepause zu gönnen sowie sich damit von seinem Erschöpfungszustand zu regenerieren. Als Ansprechpartner steht ihm das Pflegepersonal oder Therapeuten zur Verfügung. Zudem findet er in den Mitpatienten Menschen, welche auch an einer psychischen Krankheit leiden und daher Verständnis für ihn zeigen. Zahlreiche Betroffene erzählen, dass ihnen die Gemeinschaft von den Mitpatienten geholfen hat. Zudem bieten psychosomatische Kliniken in Deutschland zum Beispiel Einzelgespräche, Gruppentherapie, Sport, Kunsttherapie, Ergotherapie und Yoga oder autogenes Training als Entspannungsübung an. Die Patienten können während der Ergotherapie sich im Künstlerischen ausprobieren, um neu zu entdecken, wie es ist, wenn man etwas aus purer Lust macht. Selbst die Entspannungsübungen und der Sport sind besonders wichtig, weil diese den Stress verringern. Bei einem Klinikaufenthalt können sich die Betroffenen daran gewöhnen, das regelmäßig auszuüben, damit sie diese Tätigkeiten dann langfristig in den Alltag einplanen.

Foto: geralt, pixabay