Was Patienten im Schlaflabor erwartet

Was Patienten im Schlaflabor erwartet

Die Ursachen für Schlaflosigkeit oder einen gestörten Schlaf können vielseitig sein. Bei der Suche nach den Gründen für die schlaflosen Nächte ist oft medizinische Hilfe angebracht. Bleibt jedoch beim Hausarzt eine Diagnose für eine aussichtsreiche Behandlung oder Therapie erfolglos, ist eine Untersuchung im Schlaflabor empfehlenswert.

Mal eine Nacht schlecht schlafen ist nicht weiter bedenklich. Trotzdem spüren viele Menschen bereits nach nur einer Nacht aufgrund mangelnden Schlafes unangenehme Auswirkungen. Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, schlechte Laune oder Kopfschmerzen sind keine Seltenheit. Wird Schlaflosigkeit jedoch zum Dauerzustand, sollte man sich vertrauensvoll an seinen Arzt wenden. Werden hier keine eindeutigen Hinweise durch Befragung bzw. Anamnese des Patienten sowie ambulant durchgeführte Untersuchungen für eine Diagnose gefunden, kann eine Überweisung zur Untersuchung im Schlaflabor erfolgen.

Keine Angst vorm Schlaflabor

Was Patienten im Schlaflabor erwartetWenn nächtliche Schlaflosigkeit zum Dauerzustand wird, führt dies zur allgemeinen Verschlechterung des Wohlbefindens. Bevor jedoch Abgeschlagenheit und Müdigkeit den Tag bestimmen, ist eine Untersuchung im Schlaflabor zwecks Ursachenfindung anzustreben. Zunächst mag es sich für den Betroffenen ein wenig befremdlich anhören, verkabelt und unter totaler Überwachung im Schlaflabor zu nächtigen. Doch diese speziellen medizinischen Einrichtungen sind bemüht, es den Patienten so angenehm wie möglich zu gestalten. Die gemütliche Atmosphäre der Zimmer erinnert eher an einen Hotelaufenthalt als an ein Schlaflabor. So passen sich beispielsweise viele der inzwischen über 300 Schlaflabore in Deutschland dem individuellen Rhythmus ihrer Patienten an. Das bedeutet, wer abends lieber länger wach bleibt und kein Frühaufsteher ist, darf gern seinen Rhythmus beibehalten. Absprachen wie diese erfolgen im Vorfeld, ebenso wie umfassende Informationen zum Ablauf des nächtlichen Aufenthalts im Schlaflabor. Etliche Seiten im Internet halten ebenso Wissenswertes und Ratschläge rund um das Thema bereit. Schließlich sollen Patienten ohne Unsicherheiten, Hemmungen oder Bedenken hinsichtlich der notwendigen Verkabelung mit Elektroden und damit der Überwachung durch Kameras, Computern und Mikrofonen die Nächte im Schlaflabor verbringen.

Die erste Nacht im Schlaflabor

Die Aufnahme zur Untersuchung erfolgt in der Regel am Abend. Geschultes Fachpersonal empfängt den Patienten und übernimmt die Betreuung. Gegebenenfalls finden am Aufnahmeabend Gespräche mit dem Facharzt statt; dies hängt natürlich von der jeweiligen Situation und Einrichtung ab. Bevor sich der Patient zur Nachtruhe legt, beginnen die Vorbereitungen für die nächtliche Datensammlung. Dafür werden Elektroden an verschiedenen Kopf- und Körperstellen angelegt, um beispielsweise Hirnströme und Atmungsaktivität während des Schlafes zu messen. Es wird darauf geachtet, die Bewegungsfreiheit so wenig wie möglich durch die Verkabelung einzuschränken. Das anfängliche Fremdkörpergefühl vergeht meist recht schnell und wird von den meisten Patienten beim Einschlafen als nicht hinderlich empfunden. Das medizinische Personal hält sich während der Nacht in dem eigentlichen Labor auf, nämlich dort, wo die technische Ausrüstung mit Kamera, Computer und Mikrofonen untergebracht ist. So ist der Patient auch gut versorgt, sollte er während der Nacht Hilfe benötigen.

Was geschieht, während der Patient im Schlaflabor schläft

Während der Patient schläft, arbeitet die Technik. Physiologische Funktionen wie die Aktivität

  • des Gehirns
  • der Augen
  • der Muskeln
  • der Atmung sowie
  • des Herzschlags

werden im diagnostischen Verfahren der Polysomnographie gemessen. Bereits nach wenigen Nächten – meist sind es sogar nur ein bis zwei Nächte, die Patienten im Schlaflabor verbringen – liegen wichtige Informationen über das Schlafverhalten vor. Experten für Schlafmedizin analysieren anhand der übermittelten Daten die Schlafqualität sowie die vorliegende Schlafstörung und können so deren Ursachen folgern. Nach dem vollständigen Auswertungsbericht erfolgt die Planung eines individuellen Therapiekonzeptes.

Fotos: DieterRobbins, dividlee, pixabay

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