Hodenentzündung – Bei Schwellung und Rötung zum Arzt

Hodenentzündung - Bei Schwellung und Rötung zum Arzt

Ist der Hoden geschwollen, gerötet und verursacht starke Schmerzen, deuten die Symptome sehr wahrscheinlich auf eine Hodenentzündung hin. Ärztliche Diagnose sowie Behandlung ist erforderlich.

Eine Hodenentzündung ist überaus schmerzhaft, wobei bereits kleinste Berührungen oder Bewegungen heftigen Schmerz auslösen. Eine starke Schwellung sowie Rötung eines oder beider Hoden ist unübersehbar.



Krankheitsbild Hodenentzündung bei Kindern und Erwachsenen

Hodenentzündung - Bei Schwellung und Rötung zum Arzt-

Bei Verdacht auf eine Hodenentzuendung sollten Betroffene den Arzt aufsuchen

Fieber, Abgeschlagenheit und extremes Hitzeempfinden der betroffenen Hoden sind Anzeichen, die auf eine Hodenentzündung hindeuten und je nach Verlauf der Erkrankung entsprechend intensiv auftreten können. Ärztliche Abklärung sowie Behandlung ist bei Verdacht auf eine Hodenentzündung schnellstens einzuleiten, besonders auch, um das Risiko einer möglichen Zeugungsunfähigkeit infolge der Erkrankung zu vermeiden. Als alleiniges Krankheitsbild kommt eine Entzündung der Hoden eher selten vor, erklärt der Oberarzt Dr. Michael Feigl an der Klinik für Urologie im Klinikum München-Bogenhausen. Viel mehr sei die Hodenentzündung (Orchitis) Folge einer Mumps-Erkrankung, Windpocken, dem Pfeifferschen Drüsenfieber oder von Malaria, weshalb man hier von einer viralen Hodenentzündung spricht. Eine weitere Ursache ist die bakterielle Entzündung der Hoden. Während eine virale Hodenentzündung eher bei Kindern und Jugendlichen auftritt, entwickeln Männer eine Hodenentzündung meist durch bakterielle Harnwegsinfekte.

Symptome und Ursachen

  • Deutliche Schwellung und Rötung eines oder beider Hoden
  • Starke Schmerzen bei kleinster Berührung oder Bewegung
  • Blutspuren im Urin oder der Samenflüssigkeit
  • Schmerzen beim Wasserlassen

Daneben können Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen und Müdigkeit auftreten. Als Ursachen für eine Entzündung der Hoden gelten

  • Infektionen durch Viren oder Bakterien, z. B. durch Brucellose
  • Bakterielle Harnwegsinfekte
  • Selten: Pilze und Parasiten
  • Sehr selten: Autoimmunerkrankung

Als weitere Ursache gelten bei sexuell aktiven Männern Infektionen durch sexuell übertragbare Krankheiten wie beispielsweise Gonorrhö (Tripper) oder Lues (Syphillis).

Vorstellung beim Arzt bei Verdacht auf Hodenentzündung

Nur ein Arzt kann hier die richtige Diagnose stellen und damit andere Erkrankungen ausschließen, die ebenfalls ähnliche Symptome aufweisen. Vor allem gilt, eine mögliche Verdrehung der Hoden, der sogenannten Hodentorsion, klar von einer Hodenentzündung abzugrenzen. Bei einer Hodentorsion wird die Blutversorgung unterbrochen, wobei das Organ innerhalb nur weniger Stunden absterben kann. Der Arztbesuch sollte deshalb nicht lange hinausgezögert werden. Aufschluss über die Art der aktuen Erkrankung gibt hier eine Ultraschalluntersuchung. Schnelle Diagnose ist also ratsam, denn hier werden des weiteren das Beschwerdebild einschließlich eventueller Vorerkrankungen abgeklärt, außerdem geben Analysen von Blut und Urin weitere Hinweise auf mögliche Ursachen.

  • Tritt eine Hodenentzündung wiederholt oder besonders hartnäckig auf, erfordert dies weitere gezielte Ursachensuche, z. B. nach Bakterien im Urin oder der Samenflüssigkeit
  • Abflussstörungen in Blase oder Harnwegen können ebenfalls für eine Entzündung der Hoden ursächlich sein

Ärztliche Behandlung und Therapie

Die empfohlenen Maßnahmen gelten sowohl für die virale wie auch die bakterielle Hodenentzündung. Bei der bakteriellen Form der Entzündung ist zusätzlich je nach Alter des Patienten sowie der Erregergruppe eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich. Um die schmerzhaften Symptome zu lindern, möglichst:

  • Schonung durch Bettruhe
  • Hoden so oft es geht hoch lagern
  • Hoden mit feuchten Umschlägen kühlen
  • Bei Bedarf Schmerzmittel einnehmen

Die Beschwerden halten in etwa bis zu zehn Tagen an, sowohl bei der viralen wie auch der bakteriellen Form

Die Beschwerden halten bei beiden Arten der Entzündung. Treten jedoch Unklarheiten auf, ist es sinnvoll, erneut Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten.

Vorbeugung und Schutz

Als vorbeugende Maßnahme gegen eine virale Hodenentzündung empfiehlt Dr. Feigl vor allem eine Impfung gegen eine Mumps-Erkrankung für Jungen und Männer. Die Mumpsviren sind einer der häufigsten Erreger für die virale Entzündung. Die Verwendung eines Kondoms sollte für sexuell aktive Männer mit häufig wechselnden Partnern selbstverständlich sein. Ist dies der beste Schutz vor Geschlechtskrankheiten sowie einer Ansteckung mit HIV-Viren, kann ein Kondom auch vor Hanrwegsinfekten vorbeugen. Spätestens ab dem 45. Lebensjahr ist die Vorsorgeuntersuchung der Prostata ratsam und sollte regelmäßig alle 2 bis 3 Jahre durchgeführt werden.

Foto: derneuemann, Deedee86, pixabay