Wie gut kennen Sie Ihren Beckenboden?

Vor Lachen in die Hose machen. Mit knapper Not die Toilette erreichen – was sich harmlos anhört, kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Egal, ob beim Husten oder Niesen, schallendem Gelächter oder beim Tragen schwerer Lasten – der Beckenboden ist immer mitbeteiligt. Er verschließt das Becken nach unten und stützt somit die inneren Organe. So wie eine App auf dem Smartphone unbemerkt im Hintergrund aktiv ist, wird die ständige Haltefunktion des Beckenbodens nicht bewusst wahrgenommen. Nur, wenn sich ein gewisser Drang nach Entleerung der Blase oder des Darms ankündigt, wird der Beckenboden bewusst „losgelassen“. Das heißt, die Entleerung von Darm und Blase kann nur bei entspannter Beckenmuskulatur erfolgen. Geht der Beckenboden wieder in seine Spannung zurück, sind Blase und Darm verschlossen. Altersbedingt, aber auch nach Schwangerschaften oder den Wechseljahren, kann die Stabilität der Beckenbodenmuskulatur nachlassen. Kommt es zunächst nur zum ungewollten „Tröpfeln“, kann eine weitere Erschlaffung des Beckenbodens erheblich die Lebensqualität einschränken.

Wie gut kennen Sie Ihren Beckenboden?

Beckenboden – hält die Blase dicht?

Der Beckenboden verschließt das Becken am unteren Ende. Aber wie gut kennen Sie Ihren Beckenboden? Machen Sie den Test und gehen Sie ihm auf die Spur.

  • Versuchen Sie bei der Blasenentleerung den Urinstrahl zu unterbrechen.

Das heißt, erst etwas Wasser lassen und dann die Beckenbodenmuskulatur so fest anspannen, bis kein Nachtröpfeln mehr erfolgt. Den inneren Bereich, den Sie beim festen Anspannen spüren, ist Ihr Beckenboden.

  • Die Spannung einen Moment halten, bevor Sie in die Entspannung zurückgehen.

Zum Trainieren des Beckenbodens kann diese Prozedur mehrmals wiederholt werden. Hält die Blase dicht, ist alles in Ordnung. Allerdings ist ein vorsorgliches Training der Beckenbodenmuskulatur, besonders für Frauen, ratsam. Hält die Blase dagegen nicht dicht, besteht Handlungsbedarf.

Bevor jedoch mit gezieltem Training begonnen wird, sollten zunächst mögliche Erkrankungen ausgeschlossen sein. Wer unter einer undichten Blase leidet, trägt ein ständiges sowie unangenehmes Problem mit sich herum. Betroffene vernachlässigen die ausreichende Flüssigkeitszufuhr meist aus Sorge, ständig eine Toilette aufsuchen zu müssen. Oft geraten sie in nervöse Unsicherheit, sobald sie keine Toilette in der Nähe wissen. Ein Kreislauf, der auch negativ auf die Psyche wirken kann.

Beckenboden federt Druckbelastungen ab

Husten oder Niesen kann einem festen Beckenboden nichts anhaben. Blase und Darm bleiben verschlossen, die Schließmuskulatur funktioniert so, wie sie soll. Ist jedoch das Gegenteil der Fall und die Blase hält bei Druckbelastungen nicht dicht, sollte dies rechtzeitig mit einem Urologen besprochen werden. Wenn das Schließen der Muskulatur auch eher unbewusst geschieht und der Beckenboden meist kaum wahrgenommen wird, lässt sich der Beckenboden mit gezielter Beckenbodengymnastik trainieren und somit einer Erschlaffung entgegenwirken. Voraussetzung ist allerdings, die richtigen Übungen anzuwenden. Hilfe und Ratschläge geben urologische Facharztpraxen. Auch Kurse an Volkshochschulen widmen sich dem Beckenbodentraining, welches allerdings über einen längeren Zeitraum und vor allem regelmäßig angewendet werden sollte.

Foto: EvolvingScenes, hrohmann, pixabay

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Das Gesundheitsmagazin richtet sich an Menschen, die ihr Bewusstsein für die eigene körperliche sowie seelische Gesundheit öffnen und darüber hinaus stärken möchten.

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