Wohin mit Nasenschleim? Hochziehen oder Schäuzen?

Schnupfen – Nasenschleim Hochziehen oder Schnäuzen?

Verstopfte Nase, geschwollene Nasenschleimhaut und gereizte Nasenwände – wer sich einen ordentlichen Schnupfen eingefangen hat, kennt die Symptome.

Auch wenn man im Laufe seines Lebens schon öfter mit einem Schnupfen zu tun hatte – die Begleiterscheinungen wie Niesen, stark eingeschränkte Nasenatmung sowie allgemeines Unwohlsein sind stets aufs Neue äußerst unangenehm. Und ständig dieser Nasenschleim! Doch wie wird man das Sekret am besten und am schnellsten wieder los? Nasenschleim hochziehen gilt als unfein und fortwährendes Naseputzen reizt die ohnehin bereits empfindlichen Schleimhäute. Doch eines steht fest: Um wieder besser durch die Nase atmen zu können, muss der Nasenschleim entfernt werden.

Schleim hochziehen oder doch lieber schnäuzen – was sagen die Mediziner?

Die Antwort auf diese Frage scheint nicht so einfach zu sein, wie man es vermuten möchte. Intensive Recherchen nach einer eindeutigen Aussage zum Umgang mit dem Nasenschleim bei Schnupfen blieben ergebnislos. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte raten weder eindeutig zum Schnäuzen noch zum Hochziehen. Allerdings, so die erkennbare Meinung der Mediziner, soll das Entfernen des Nasenschleims durch Schnäuzen in ein Taschentuch gesünder sein als das Hochziehen. Jedoch nur, sofern „richtig geschnäuzt“ wird. Relativ einig ist man sich bei der Empfehlung zur Verwendung einer Nasendusche. Nasenspülungen mit Hilfe einer solchen Dusche transportieren den Nasenschleim schonend nach draußen, Keime und Schnupfenviren werden fortgespült.



Infektionen können sowohl beim Hochziehen…

So wenig appetitlich es sich anhören mag, sollten Sie den Nasenschleim mangels Taschentuch doch hochziehen und hinunter schlucken, wandert dieser zunächst in den Rachen und dann in den Magen. Dort wird er mitsamt Schnupfenviren von der Magensäure zersetzt. Dies ist völlig unschädlich, wenn auch wenig appetitlich. Beim Hinunterschlucken kann es allerdings auch vorkommen, dass Erreger in die Atemwege gelangen und dort im ungünstigsten Fall eine Bronchitis auslösen können. Konkreter wird der Sprecher des Landesverbandes Baden vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte Dr. Michael Deeg. Er warnt sogar vor dem Hochziehen des Nasenschleims, da dies einen negativen Druck in Nase und Nebenhöhlen erzeugen soll. Derart kann der Schleim vor den Ausführungsgängen der Nebenhöhlen liegen bleiben und so zum idealen Nährboden für entzündliche Infektionen werden.

…wie beim Naseputzen entstehen

Auch beim Naseputzen sollte möglichst schonend vorgegangen werden. Beim Schnäuzen in ein Taschentuch unbedingt darauf achten, die Nase nicht zu fest zu verschließen, sondern nur mit leichtem Druck den Nasenschleim zu entfernen. Anderenfalls kann durch den entstehenden Druck Nasenschleim in die Nasennebenhöhlen gepresst werden und dort zu Infektionen führen. Beim „richtigen Schnäuzen“ sollte ein Nasenloch zugehalten werden, um den Druck zu verringern. Um die Ansteckungsgefahr für die Mitmenschen und sich selbst so gering wie möglich zu halten, bitte daran denken:

  • Taschentücher möglichst aus Papier verwenden und nur 1 mal benutzen
  • Hände nach dem Naseputzen gründlich waschen

Foto: annaj, pixabay

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