Warum man bei Verdacht auf Masern sofort zum Arzt gehen sollte

Gefährliche Masern – Bei Verdacht sofort zum Arzt

Die Infektion mit den hochansteckenden Masern-Viren ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die im schlimmsten Falle zum Tod führen kann. Kinder, Kleinkinder und Babys sind besonders gefährdet.

Im Herbst und Winter, also in der Zeit, in der Erkältungskrankheiten die Runde machen, kommt es auch immer wieder zu Ansteckungen mit dem Masern-Virus. Der Grund hierfür: Ähnlich wie bei der Verbreitung der Grippeviren wird das Masern-Virus durch direkten Kontakt sowie durch Tröpfcheninfektion übertragen.

  • Es dringt über die Schleimhaut des Atemtraktes oder die Bindehaut der Augen in den Körper ein
  • und vermehrt sich in den Lymphknoten. Von diesen verbreitet es sich nach etwa 48 Stunden in die Blutbahn.
  • Nach etwa 3 – 4 Tagen erfolgt eine Infektion des Atemtraktes sowie der Haut

Der Betroffene fühlt sich abgeschlagen und die eher grippeähnlichen Begleiterscheinungen wie Schnupfen, trockener Husten, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Müdigkeit und leichtes Fieber treten auf. Hinzu tritt eine Lichtempfindlichkeit mit einhergehender Bindehautentzündung auf. Das Gesicht des Betroffenen ist aufgedunsen. Bei ersten Anzeichen und Verdacht auf eine Infektion mit Masern sollte unbedingt sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Verdacht auf Ansteckung – wie sind die Krankheitszeichen bei Masern?

Die Krankheit verläuft in zwei Phasen. Die Inkubationszeit beträgt 10 – 14 Tage, danach folgt für 3-4 Tage die Initialphase. Typisch für diese erste Phase sind

  • die Entzündung der Schleimhäute des oberen Atemtraktes sowie der Augenbindehäute

  • Fieber bis 41 Grad,

  • Übelkeit, Halsschmerzen und Kopfschmerzen können diese Phase begleiten.

  • Ab dem 12.Tag ist der hintere, weiche Gaumen stark gerötet

  • Ab dem 13. Krankheitstag breitet sich hinter den Ohren ein großflächiger Ausschlag aus, der innerhalb von 24 Stunden den gesamten Körper bedeckt.

  • Auch Schwellungen der Lymphknoten sind für diese Phase typisch

Zwischen der ersten und der zweiten Phase kann das Fieber stark zurück gehen oder gar ausbleiben. Nach etwa 4-5 Tagen bilden sich die Symptome zurück. Der Kranke erholt sich in unkomplizierten Fällen schnell und ist lebenslang immun.

Eine Kinderkrankheit, die auch für Erwachsene gefährlich sein kann

Noch in den 1970ziger Jahren starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation über 2 Millionen Menschen pro Jahr an der Infektion mit Masern-Viren. Vor allem kleine Kinder fielen der Infektion zum Opfer. Wer durch Impfung oder durch eine Masernerkrankung in Kindertagen Antikörper aufgebaut hat, trägt ausreichenden Schutz gegen Masern in sich und ist gegen eine Ansteckung immun. Kinderärzte warnen derzeit wegen des verstärkten Auftretens von Masernerkrankungen davor, mit Säuglingen in die Öffentlichkeit zu gehen. Auch lauert erhöhte Ansteckungsgefahr in Kindergärten und Schulen. Wer vor 1970 geboren wurde ist möglicherweise nicht immun gegen eine Ansteckung, es sei denn, die Erkrankung wurde als Kind durchgemacht. Wenn Sie es nicht genau wissen, lassen Sie sich von Ihrem Arzt aufklären und beraten. Trotz einer hohen Impfrate gilt die Krankheit immer noch nicht als ausgerottet. 2005 starb in Hessen ein Mensch bei einem Ausbruch der Krankheit, 2006 wurden verstärkt Maserninfektionen aus Baden-Württemberg und NRW gemeldet. Seit 2001 gilt in Deutschland eine Meldepflicht für Masern.

Was sind Masern und wie können Sie sich schützen?

An Masern kann nur ein Mensch erkranken. Der Erreger ist ein einsträngiges RNA-Virus. Es gehört zu den Paramyxoviren und hat Ähnlichkeit mit den Erregern von Hundestaupe und Rinderpest. Bisher sind 23 verschiedene Variationen bekannt. Weil sie wenig mutieren ist es möglich, die geografischen Infektionswege nachzuvollziehen. So stammte der Erreger der Masernausbrüche 2006/2007 in der Schweiz aus Thailand oder Kambodscha. Die Kombination von Oberflächenmerkmalen des Erregers ist stabil. Deswegen ist die Herstellung eines Impfstoffs gegen Masern relativ einfach. Der beste Schutz ist eine Impfung. Diese sichert lebenslange Immunisierung. Wichtig ist außerdem Hygiene, regelmäßiges Waschen der Hände, auch regelmäßiger Wechsel der Kleidung, die gründlich gewaschen werden sollte. Weil die Krankheit bei Erwachsenen meist später als bei Kindern erkannt wird, ist ihr Verlauf intensiver und für die Erkrankten gefährlicher. Gehen Sie also bei den ersten Anzeichen unbedingt zum Arzt. Masern können sich schnell zu Epidemien ausweiten. Deshalb ist jede Erkrankung mit dem Virus meldepflichtig. Lassen Sie sich untersuchen, wenn Sie auch nur den leisesten Verdacht einer Ansteckung haben. Denken Sie über eine mögliche Impfung nach, Ihr Arzt wird Sie aufklärend beraten. Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Masern – was die Krankheit bedeutet. Auch die Krankenkassen halten Informationen bereit.

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