Weshalb wir dem Tod ein Leben schulden

Weshalb wir dem Tod ein Leben schulden

Das Leben ist endlich. Am Ende steht der Tod. Wir alle wissen darum. Was liegt da eigentlich näher, als ein glückliches und erfülltes Leben zu leben?

Es ist keine neue Weisheit, keine neue Erkenntnis. Wir alle werden geboren, um eines Tages zu sterben. Im Laufe des Lebens müssen wir von lieben Menschen Abschied nehmen, die Trauer ist oft schwer zu verarbeiten. Wir suchen nach hilfreichen Wegen, Trauer zuzulassen. Wann der Tod uns abholt, weiß niemand. Im Idealfall führen wir ein langes Leben, möglichst von schweren Krankheiten und Gebrechen verschont. Doch dies ist für die meisten Menschen leider ein Wunschtraum. Der Tod fragt nicht nach Alter oder Geschlecht oder ob man bereit ist, aus dem Leben zu scheiden. Trotz dieses Wissens lassen viele Menschen ihr Leben einfach so dahingleiten, sind unzufrieden, unglücklich oder sehen kaum einen Sinn in ihrem Dasein. Dabei haben wir nur diese eine Chance! Wir schulden dem Tod ein Leben, jeden Tag aufs Neue!



Warum wir die Endlichkeit verdrängen

Um es vorweg zu sagen: Es wäre unerträglich, wenn unser ganzes Leben davon bestimmt wäre, jeden Tag den Tod zu befürchten. Wir Menschen sind in der komfortablen Lage, zwar um den Fakt als solchen zu wissen, können ihn aber weitestgehend verdrängen. Das ist auch gut so. Anderenfalls würde uns eine tägliche Furcht vor dem Tod in unserem Wirken und Schaffen derart verängstigen und einengen, dass wir kaum in der Lage wären, unser Leben zu meistern. Jede Aktivität, jedes Wagnis, wären Herausforderungen, da sie in einer Katastrophe enden könnten. Der Mechanismus des Verdrängens hat also durchaus seine Berechtigung. Doch es sterben nicht nur die anderen, die Alten und Schwachen, nein. Irgendwann ist man selbst an der Reihe. Ist es da nicht wesentlich sinnvoller, sich die Endlichkeit des eigenen Lebens bewusst zu machen? Um dann, wenn der Tod vor der Tür steht und noch Zeit bleiben sollte, ohne Reue aus dem Leben zu scheiden?

Warum „Das Leben gestalten“ mehr als eine Floskel ist

Jeder Tag kann der Letzte sein. Eine wohlbekannte Floskel, die voller Weisheit steckt. Und leider ja, es kann jeden Tag etwas Unvorhergesehenes geschehen, was uns aus dem Leben reißt. Sei es in Form eines plötzlichen Todes oder in Form der Mitteilung, das man unheilbar erkrankt ist und die letzten Tage, Wochen oder Monate angebrochen sind. Niemand wünscht sich das eine oder das andere. Und doch sind so viele Menschen genau von diesen Dingen betroffen. Vielleicht ertappen Sie sich jetzt in diesem Augenblick beim Lesen dieses Beitrages bei der Frage, wie es eigentlich mit Ihrem Leben steht. Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Leben, fühlt es sich stimmig an? Gestalten Sie Ihr Leben so, wie Sie es sich vorgestellt und angestrebt haben? Oder sind Sie gar fremdbestimmt und erfüllen dabei eine Rolle, die nicht Ihre ist?

Leben Sie Ihre Träume – Verwirklichen Sie Ihre Ziele

Hin und wieder kann es nicht schaden, inne zu halten, dabei Resümee zu ziehen. Wo stehen Sie im Leben, was sind Ihre Träume und Vorstellungen? Sind Sie mit sich und ihrem Dasein im Reinen? Unsere Lebenszeit ist zu kostbar, um ein unerfülltes, unzufriedenes Leben zu führen. Unsere Zeit auf Erden zu kurz! Trotz allen Wissens vernachlässigen die meisten Menschen ihr eigenes Leben zugunsten Dritter, der Familie, der Karriere oder schlichtweg zugunsten der Routine, in der sie sich befinden. Doch was, wenn es ans Sterben geht, man vielleicht als Schwerstkranker im Hospiz auf den Tod wartet? Welches Resümee bleibt dann übrig?

Spätes Bedauern – 5 Dinge, die Sterbende bereuen

Die Australierin Bronnie Ware übte ihren Beruf als Palliativpflegerin über 8 Jahre lang aus. Ihre Erfahrungen mit Todkranken, mit Sterbenden, mit Menschen, die den Tod vor Augen haben, beschreibt sie in ihrem Buch. Danach sind es 5 Dinge, die Sterbende äußern und am meisten bereuen:

  • Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben
  • Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet
  • Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken
  • Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrecht erhalten
  • Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein

Sicher fällt Ihnen hier auf, dass weder mangelnder Reichtum noch Wohlstand bereut wird, sondern das, was uns als Menschen ausmacht. Unsere Empfindungsfähigkeit.

Foto: Tama66, pixabay

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