Wie man bei Kindern die Angst vor dem Krankenhaus mindert

Kindern unter 10 Jahren ist nur schwer begreiflich, weshalb sie wegen ihrer Erkrankung in ein Krankenhaus müssen. Grund genug für eine sorgfältige Vorbereitung.

Fremde Menschen in weißen Kitteln, der typische Krankenhaus Geruch, eine ungewohnte Umgebung, dazu die Angst vor dem, was kommen wird. Wenn das eigene Kind eine schwere Erkrankung hat oder einen Unfall erlitt, durchlebt die gesamte Familie eine emotional schwierige Phase. Die Eltern sind besorgt, fühlen sich meist hilflos und suchen nach Lösungen, wie sie ihrem Kind die Angst nehmen und zur Seite stehen können. Kleine Kinder bis zum zehnten Lebensjahr können den Zusammenhang ihrer Erkrankung oder Verletzung mit einem notwendigen Aufenthalt in einem Krankenhaus noch nicht richtig verstehen. Eine zeitweise Trennung von den Eltern und ihrem gewohnten häuslichen Umfeld macht den kleinen Patienten Angst und Bange. Auch wenn sich im Laufe der Zeit einiges getan hat und die meisten Kinderstationen in Krankenhäusern sowie spezielle Kinderkliniken den Aufenthalt ihrer kleinen Patienten so angenehm wie möglich gestalten, die Angst vor Unbekanntem, Schmerz und Trennung von den Eltern wird den Kindern niemand so einfach nehmen können.

Nähe und Vertrautheit – wichtig für die Heilung

Es liegt klar auf der Hand: Die Seele spielt eine wesentliche Rolle im Heilungsprozess. Das ist bei Menschen jeden Alters so. Doch besonders Kinderseelen sind verletzlich, was Ärzte und Pflegekräfte in Kinderkliniken und Kinderstationen in Krankenhäusern längst erkannt haben. Die klinischen Einrichtungen erscheinen vielerorts wesentlich kindgerechter als noch vor einigen Jahren. Eltern sollten sich nach Möglichkeit beim Erstgespräch in der Klinik umfassend über Behandlung, Unterbringung, Tagesablauf sowie Bezugspersonen informieren. Für eine schnelle Genesung ist es sehr wichtig, dass sich Ihr Kind nicht allein gelassen fühlt. Klären Sie deshalb ab, ob die Möglichkeit besteht, ein Mutter-Kind bzw. Vater-Kind Zimmer zu bekommen oder alternativ eine Liege in einem anderen Raum zur Verfügung gestellt werden kann. So sind Sie als Elternteil schnell bei Ihrem Kind, wenn es Beistand und Zuwendung benötigt. Lässt sich dies nicht einrichten, besuchen Sie Ihr Kind so oft wie möglich.

  • Fragen Sie darüber hinaus bei Ihrer Krankenkasse nach, ob die entstehenden Mehrkosten bei medizinischer Notwendigkeit von ihr getragen werden. Prüfen Sie zudem, ob Sie aufgrund der Erkrankung Ihres Kindes für eine gewisse Zeit Anspruch auf Freistellung aus dem Berufsleben haben. Ansprechpartner sind hier die Krankenkassen sowie der Arbeitgeber.

Möglichkeiten zur Angst- und Schmerzprophylaxe für Ihr Kind in der Klinik

Schaffen Sie mit persönlichen Dingen etwas Vertrautheit für Ihr Kind. Ein Foto, das Lieblingsspielzeug oder Kuscheltier – etwas, woran sich der kleine Patient emotional festhalten und anlehnen kann. Das ist besonders wichtig, vor allem dann, wenn Eltern nicht rund um die Uhr bei ihrem Kind sein können. Die klinische Atmosphäre, die fremde Umgebung und nicht zuletzt die medizinischen Untersuchungen empfinden Kinder als beängstigend. Sie fühlen sich häufig hilflos und verloren. Um Kindern wie Eltern gleichermaßen die Aufregung, Angst und Sorge zu erleichtern, wurde vor einigen Jahren das Dolores Konzept entworfen und in Form der Kuschelfigur Schnobbel umgesetzt.



Dolores Konzept – was ist das?

Lateinisch Dolor = Schmerz, Res vom englischen Resistance, Widerstand. Das Dolores Konzept  wurde entwickelt, um Kindern weitgehend die Angst vor und während eines Krankenhausaufenthaltes zu nehmen und damit positiv auf den Genesungsprozess zu wirken. Das Konzept kommt als Schnobbel daher, einer plüschigen Phantasiegestalt, die sowohl vertrauensvoll mit den kleinen Patienten agiert wie auch informativ mit den Eltern umgeht. Dafür sorgen einzeln aufeinander abgestimmte Module, wie z. B. die Vorbereitung auf den Klinikaufenthalt mit Hörspiel und Infos oder besondere gestalterische Elemente in der Klinik. So lernen die Kinder die Figur bereits vor dem Krankenhausaufenthalt kennen und erfahren, was sie in der Klinik erwartet. Im Krankenhaus selbst begegnet ihnen die Plüschfigur und Schnobbel begleitet das Kind auch bis in den Operationssaal. Inzwischen entschieden sich etliche Kinderkliniken sowie Kinderstationen in Krankenhäusern, Kindern im Alter von 2 bis 10 Jahren mit dem Dolores Konzept einen möglichst angstarmen Klinikaufenthalt zu ermöglichen.

 

Gut vorbereiten, wenn das Kind in die Klinik muss

Sofern genügend Zeit vor dem Krankenhausaufenthalt Ihres Kindes bleibt, haben sich einige Vorbereitungen bewährt, Ängste und Zweifel sowohl beim Kind wie auch bei den Eltern zu minimieren. Z. B.

  • Erklären, was ein Krankenhaus und seine Aufgabe ist
  • Verdeutlichen, dass Ärzte, Schwestern und Pfleger kranken Menschen helfen
  • Über die Erkrankung des eigenen Kindes mit dem Kind sprechen
  • Aufklären, weshalb ein Klinikaufenthalt notwendig ist
  • Verschweigen Sie nicht, dass manches auch schmerzhaft sein kann, weisen Sie behutsam darauf hin
  • Die Örtlichkeiten besichtigen, die Klinik auch von innen anschauen
  • Spielerisch mit Bilder- oder Malbüchern das Thema Krankenhaus näher bringen
  • Doktor und Patient Spielszenen „inszenieren“, vielleicht benötigt der Teddy eine Spritze, die Puppe ein Pflaster oder einen Verband?
  • Einen Spiel-Arztkoffer besorgen, dabei die Utensilien erklären und kennenlernen
  • Fragen des Kindes ernst nehmen und nicht müde werden, sie zu beantworten
  • Soweit möglich, erklären, was bei Untersuchungen passiert
  • Versichern Sie Ihrem Kind immer wieder, dass Sie da sein werden oder so schnell wie möglich zu ihm kommen, wenn es Sie braucht

Folgendes sollten Sie mitbringen

  • Einweisungsschein
  • Krankenversicherungskarte
  • Impfpass und gelbes Untersuchungsheft Ihres Kindes
  • wurden Voruntersuchungen durchgeführt, Berichte und/oder Röntgenbilder
  • gegebenenfalls Medikamente, die Ihr Kind regelmäßig einnehmen muss

Zu guter Letzt: Bemühen Sie sich, Ihre eigenen Sorgen, Ängste und Nervosität vor dem Klinikaufenthalt sowie notwendiger Behandlungen nicht auf Ihr Kind zu übertragen. Ihr Kind nimmt dies unbewusst auf und reflektiert es.

Foto: Holgers Fotografie, Alexas_Fotos, pixabay

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Das Gesundheitsmagazin richtet sich an Menschen, die ihr Bewusstsein für die eigene körperliche sowie seelische Gesundheit öffnen und darüber hinaus stärken möchten.

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