Weshalb Smartphones ein Tummelplatz für Keime und Viren sind

Wie oft reinigen Sie Ihr Smartphone? Die Frage stellt sich für Sie nicht? Sollte sie jedoch, wie eine neue Untersuchung der University of Surrey zeigt.

Smartphones sind ständig und überall im Einsatz. Ob unterwegs oder zuhause; Keime tummeln sich überall. Wer meint, Bakterien, Keime und Viren findet man besonders häufig nur in alten Abwaschlappen, im WC oder Spülbecken, der irrt gewaltig. Viele Keime schwirren durch die Luft und haben zudem eine recht lange Überlebensdauer. Sie bleiben beispielsweise auf Türklinken oder Griffen haften und gelangen so bei Berührung auf die Haut bzw. Hände. Auch Mobilgeräte wie das Smartphone bleiben nicht verschont. Mit der nächsten SMS bzw. sonstigen Interaktionen bleiben Keime und Bakterien auch dort haften. Wer sein Mobilgerät nur selten säubert, trägt ein verunreinigtes Smartphone bei sich, welches mögliche Krankheitserreger übertragen kann.

Untersuchungen zeigen – ein verunreinigtes Smartphone kann zu Erkrankungen führen

Forscher legten Smartphones in Petrischalen und ließen die Kulturen dann drei Tage bei Körpertemperatur wachsen. Das Ergebnis ist mehr als eklig. Auf den Geräten tummelten sich neben harmlosen Erregern auch Fäkalbakterien sowie ansteckende Viren. Auch Escherichia-Coli-Bakterien, die normalerweise im menschlichen Darmtrakt zu finden sind, wurden bei den Proben entdeckt. Gelangen diese durch den Umweg des verunreinigten Smartphones in andere Körperbereiche, kann es zu Infektionen kommen. Auch schwerere Erkrankungen bis hin zur Lungenentzündung können die Folge sein. Der Grund dafür, dass Smartphones heute mehr Schmutzphones sind, ist simpel. Die Geräte werden ständig und überall genutzt. Unterwegs, in Bus und Bahn, beim Essen oder im Restaurant, sogar auf dem WC. Nach dem Händewaschen wird wieder telefoniert und gesimst. Ein ständiger Kreislauf, bei dem Hände und Finger sofort erneut mit Keimen besiedelt werden, was somit wiederum zur Verunreinigung des Smartphones führt.

Verunreinigtes Smartphone – mögliche Krankheitserreger durch Reinigung ausschließen

Andere Untersuchungen zeigten auf Smartphones eine bis zu 18 mal höhere Keimverseuchung als auf dem Spülknopf eines Herren-WCs. Selbst multiresistente Erreger, die gegen Antibiotika immun sind, wurden bereits nachgewiesen. Mehr als 100 verschiedene Keime wurden bisher bei Forschungen in unterschiedlichen Universitäten auf benutzten Smartphones entdeckt. Diese stammen aus Mund, Lunge und Darm. Deshalb ist es besonders wichtig, auf die regelmäßige Reinigung des Mobilteils zu achten. Experten empfehlen dies sogar mehrmals täglich. Bereits ein trockenes Mikrofasertuch, so fanden Forscher der Uni Furtwangen heraus, putzt jedes vierte Handy frei von Keimen. Ein feuchtes Brillenputztuch reinigte überdies jedes dritte Smartphone keimfrei. Dagegen bieten Handytaschen keinen ausreichenden Schutz gegen Verunreinigung, sofern Display und Tastatur weiterhin mit den Fingern berührt werden. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Schwangere sowie andere Risikogruppen sollten besonderen Wert auf die gründliche und vor allem regelmäßige Reinigung ihres Smartphones legen.

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