Benching – Warmhalten liegt im Trend

Benching – Warmhalten liegt im Trend

Eine Beziehung mit diesem Partner? Ja, vielleicht. Oder vielleicht doch lieber nicht. Erstmal abwarten und Tee trinken – besser noch, mit Benching kann man nichts falsch machen…

Benching ist trendy. Neben „Ghosting“, sich einfach nicht mehr melden, ist Benching das neue Wort in der Beziehungslandschaft. Benching leitet sich vom englischen Wort „bench“ = Bank ab. Im übertragenen Sinne bedeutet Benching, Menschen auf die lange Bank bzw. in die Warteschleife zu schieben. Was kaum etwas anderes aussagt, als dem anderen so viel Zuneigung und Aufmerksamkeit zu geben wie nötig ist, um denjenigen für eine mögliche Partnerschaft warmzuhalten. Meist funktioniert diese Taktik eine ganze Weile, denn die Hoffnung des anderen, es könnte doch noch mit der Angebeteten oder dem Auserwählten etwas werden, wird immer wieder neu entfacht. Dass dabei Benching im Spiel ist, merkt man oft viel später.

Benching – sozial daneben,  feige und schwach

Jemanden das Gefühl geben, man wäre interessiert und könne sich eine gemeinsame Zeit vorstellen, weckt Hoffnungen und Erwartungen bei demjenigen, der sein Herz verlor und sich nach Zweisamkeit sehnt. Derjenige mit der rosaroten Brille und den deutlich mehr Gefühlen für den anderen merkt zunächst nicht, wenn er nur warm gehalten wird. Im Gegenteil, die entgegengebrachten Nettigkeiten und kleinen Flirts steigern die Vorfreude auf ein Treffen und weiteres Kennenlernen. Doch zeigen die Aktivitäten gerade so viel Interesse, dass der andere sich nicht abwendet und nach einem anderen Partner sucht. Dabei muss dem Benching nicht einmal böse Absicht zugrunde liegen. Wer eine Frau oder einen Mann im Visier hat, sich jedoch nicht sicher ist bzw. nicht auf den ersten Blick vom anderen überzeugt ist, benötigt oft eine Art „Denkpause“. Soll man, oder soll man nicht? Vielleicht trifft man ja noch jemanden, der besser passen würde? Solange man das nicht genau weiß, wenden viele das Benching als Taktik an. Keine sehr nette Lösung, denn ein solches Verhalten ist sozial daneben, feige und schwach.

Benching – alte Taktik im neuen Gewand

Ein paar Tage über die eigenen Gefühle klar werden, in sich hineinhorchen, ob der oder die Richtige gefunden wurde – dies hat weniger mit Benching zu tun. Es ist völlig normal, wenn in der Zeit des Kennenlernens, des Herantastens nichts überstürzt wird. Einen tollen Mann oder eine charmante Frau jedoch über Wochen oder Monate in der Liebes-Warteschleife im Ungewissen zu lassen, ist wenig respektvoll. Früher nannte man dies nicht Benching, sondern Warmhalten. So lange wie möglich die Verbindung offen halten, ohne eine konkrete Verbindung einzugehen. Heutzutage ist dies durch das Internet sowie den Netzwerken wesentlich einfacher, als in früheren Zeiten. Die weit verzweigten Kommunikationskanäle vermitteln Nähe und Verbundenheit. Smileys, lustige Posts, der berühmte Daumen auf der Facebook-Timeline signalisieren Aufmerksamkeit, ein Miteinander dasein und sagen, „hey, ich denke an dich.“ Die persönliche Nähe bleibt jedoch aus, einzig die Hoffnung auf eine mögliche Beziehung wird aufrechterhalten.

Benching beenden – Entscheidungen treffen

Irgendwann merkt man, wenn man stets in eine Warteschleife vertröstet und auf Abstand gehalten wird. Und dann wird es Zeit, Entscheidungen zu treffen. Auch wenn sich damit sämtliche Hoffnungen in Luft auflösen sollten ist es besser, dem Benching rechtzeitig ein Ende zu setzen. Der Wartende kann sich aus der Position des Hoffenden lösen und erlangt somit seine Handlungsfähigkeit wieder. Gegenseitiger Respekt sollte Grund genug sein, den Mut zu einer endgültigen Entscheidung aufzubringen. Kein Hinhalten mehr, kein Warmhalten, sondern ehrlich ausgesprochene Worte, die jedem die Zukunft öffnen.

Foto: Myriams-Fotos, pixabay

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